Säße ich im Rollstuhl, hätte jeder Mitleid mit mir.

Wenn ich sage, dass ich Legastheniker bin, gelte ich als dumm.

– Professor Dr. med. Tiemo Grimm –
Facharzt für: Humangenetik, Kinder/Jugendmedizin,
an der Universität Würzburg und Legastheniker

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Forderung an die Landesregierung

Damit eine Förderung von Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen und Legasthenie oder Dyskalkulie möglich ist, müssen die nachfolgend aufgeführten Mängel in unserem Schulsystem beseitigt werden.

Dieses fordern wir für Rheinland-Pfalz

  • Lehrerausbildung ist auf dem Gebiet Legasthenie/Dyskalkulie nicht vorhanden.
  • Grundsätzlich müssen für alle Schularten die Lehreraus/Weiterbildungen verpflichtend sein. Dieses muss vorrangig in der Grundschule umgesetzt werden.
  • Die Aus/Weiterbildung muss für den gesamten Lehrkörper verpflichtend sein, incl. der Schulleitung.
  • Realschule plus - Legastheniker haben keine Chance in diesen Schulzweig zu kommen, da sie in den Fächern "Sprachen" nicht den notwendigen Notenschnitt (zwischen 2 und 3) erreichen können.
  • Wegen Lehrermangel ist eine kontinuierliche Förderung nicht möglich.
  • Lehrer sollen einen Förderplan verpflichtend ausführen.
  • Legastheniker in der Oberstufe haben keine rechtlichen Möglichkeiten in Bezug auf Fehlerberücksichtigung und Zeitzuschlag, also ist ein Nachteilsausgleich wie bis zur Klasse 10 notwendig.
  • Dyskalkulie ist nicht in die Verwaltungsvorschrift aufgenommen. Die Zahl der Schüler mit Dyskalkulie nimmt stetig zu.
  • Jugendämter zahlen nur bei attestierter psychischer Erkrankung eines Kindes. Eine nicht erkannte Legasthenie/Dyskalkulie führt unweigerlich dazu. Hier wird erst geholfen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.
  • Die bestehende Verwaltungsvorschrift wird an vielen Schulen nicht umgesetzt.