Säße ich im Rollstuhl, hätte jeder Mitleid mit mir.

Wenn ich sage, dass ich Legastheniker bin, gelte ich als dumm.

– Professor Dr. med. Tiemo Grimm –
Facharzt für: Humangenetik, Kinder/Jugendmedizin,
an der Universität Würzburg und Legastheniker

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Herzlich willkommen beim Landesverband

Legasthenie und Dyskalkulie e.V. Rheinland-Pfalz

Aktuelle Nachrichten

v. links: Frau Jarosch, Frau Prof. Dr. Thümmel, Frau Hirler

Symposium des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie in Rheinland-Pfalz

Am 16. September 2017 fand das Symposium des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie in Rheinland-Pfalz in Koblenz statt.

Viele interessierte Eltern, Lehrer und Therapeuten besuchten das Symposium und verfolgten mit großem Interesse die beiden Vorträge der Referentinnen.

Frau Sabine Hirler, Rhythmik- und Musikpädagogin aus Hadamar, erläuterte sehr anschaulich die elementare Bedeutung von Musik und rhythmischen Elementen in der Entwicklung vom Neugeborenen bis zum Schulkind. Töne, Melodien, Lieder, Klatsch- und andere Rhythmusspiele spielen eine wichtige Rolle. Diese auch in wissenschaftlich belegten Studien gewonnenen Erkenntnisse sollten wieder mehr Einzug in unsere Familien und in die Pädagogik von Kindertagesstätten und Schulen halten.

Als weitere Referentin konnte Frau Professor Dr. Ingeborg Thümmel, AUFSICHTS- UND DIENSTLEISTUNGSDIREKTION Außenstelle Koblenz, Sonderpädagogische Förderung an Förder- und an Regelschulen, gewonnen werden. Sie referierte über den Rechtsrahmen individueller Förderung durch Lehrer von Kindern mit Teilleistungsstörungen.

Schon im Schulgesetz ist im Paragraph 10 die Verpflichtung zur individuellen Förderung von Schülern in jeder Schulart festgelegt. Die Besonderheiten für Kinder mit Legasthenie sind durch eine Verwaltungsvorschrift aus dem Jahre 2007 geregelt, die für alle Lehrer bindend ist. Sie gilt für alle Schularten und beschreibt Rücksicht, differenzierte Anforderungen, Ausweiten von Arbeitszeiten, Hilfsmittel sowie die individuelle pädagogische Würdigung von Leistungen. Jede Schule muss ein Konzept für den Umgang mit den Betroffenen erarbeiten. Die Dyskalkulie ist in dieser Verwaltungsvorschrift nicht berücksichtigt. Dieser Umstand wurde von den anwesenden Eltern und Lehrern rege diskutiert und zeigte, dass auf diesem Gebiet noch viel Nachholbedarf herrscht.

Für Rheinland Pfalz räumte Frau Prof. Dr. Thümmel Probleme bei Förderungen ein, da viele Förderlehrer- und Sonderpädagogenstellen unbesetzt bleiben. Am Ende ihrer Ausführungen betonte Frau Prof. Dr. Thümmel die notwendige Zusammenarbeit von Schulen, Jugendämtern und anderen mit dem Thema befassten Institutionen, um das Risiko der Betroffenen für eine seelische Problematik oder Teilhabestörung am normalen Leben zu verringern.

Symposium des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie in Rheinland-Pfalz

Am 16. September 2017 von 10:00 bis 14:00 Uhr findet das Symposium in der Handwerkskammer, August-Horch-Str. 6-8, in Koblenz statt.

Frau Sabine Hirler, Hadamar - Rhythmik in Pädagogik und Therapie wird einen Vortrag zum Thema "Mit Musik geht alles besser" halten.

Ab 12:00 Uhr folgt ein Vortrag des Pädagogischen Landesinstitut Koblenz oder der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Koblenz zum Thema "Nachteilsausgleich und Förderplan".

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

9. Symposium des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie in Rheinland-Pfalz am 4. Juli 2015 mit den Themenschwerpunkten Fremdsprachenlegasthenie und Dyskalkulie

Zu seinem mittlerweile 9. Symposium zum Thema schulischer Teilleistungs-störungen hatte der Landesverband für Legasthenie und Dyskalkulie in Rheinland-Pfalz Betroffene mit ihren Eltern, Pädagogen, Psychologen, Therapeuten und Ärzte in die Räume der Handwerkskammer Koblenz eingeladen.

Dr. David Gerlach von der Universität Marburg erläuterte in seinem Vortrag die besondere Problematik der Fremdsprachenlegasthenie. Eine isolierte Fremdsprachenlegasthenie ohne vorherige Diagnose einer Legasthenie in Deutsch ist nicht möglich. Der Grad der Ausprägung von Legasthenie in Englisch ist individuell sehr unterschiedlich; Testverfahren existieren nicht und englische Legasthenie-Tests sind für deutsche Kinder nicht übertragbar. Förderkonzepte für das Fach Deutsch sind leider auch nicht gut auf das Fach Englisch übertragbar. Zu betonen bleibt, dass die überwiegende Zahl der deutschen legasthenen Kinder auch Probleme bei den Fremdsprachen haben, spezieller Förderung und Lerntherapie bedürfen und auch einen schulischen Nachteilsausgleich im Fach Englisch erhalten sollten.

Weitere Informationen sind unter www.legasthenie-englisch.de abrufbar; ein Förderkonzept können Interessierte unter www.wordly.de einsehen. Dr. Gerlach hat auch ein Förderprogramm „alphaPROF“ für Lehrer im Fach Deutsch entwickelt, das auf der Seite www.legakids.net verlinkt ist.

In dem zweiten Vortrag zum Thema Dyskalkulie erläuterte Dietmar Grube, Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität Oldenburg, die Ursachen (genetisch, Umweltfaktoren, Nervensystem) und die entwicklungspsychologischen Aspekte der Rechenschwäche. Für die Diagnose gibt es zwar gängige Verfahren, aber bei der weiteren Hilfestellung und Förderung muss jedes Kind mit Rechenschwäche individuell auf seine Fehlerarten untersucht werden. Anschließend sollte dann ein individuelles Förderkonzept erarbeitet werden.

In den Diskussionen betonten beide Referenten sowie die Landesverbandsvorsitzende, Frau Renate Jarosch, die Notwendigkeit der generellen Anerkennung von allen Formen der Teilleistungsstörungen sowie den unabdingbaren Nachteilsausgleich während der gesamten schulischen Laufbahn für die Betroffenen im gesamten Bundesgebiet - ohne regionale Unterschiede. Die Thematik der Teilleistungsstörungen mit Erkennung und Fördermaßnahmen sollte unbedingt wieder ausführlich in den Studienplan der Lehramtsstudiengänge aufgenommen und Lehrern bessere Angebote zu Fördermaßnahmen gemacht werden.

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