Säße ich im Rollstuhl, hätte jeder Mitleid mit mir.

Wenn ich sage, dass ich Legastheniker bin, gelte ich als dumm.

– Professor Dr. med. Tiemo Grimm –
Facharzt für: Humangenetik, Kinder/Jugendmedizin,
an der Universität Würzburg und Legastheniker

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Das Rügener Inklusionsmodell (RIM)- Konzeption einer inklusiven Grundschule

Am Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation der Universität Rostock wurde ein Konzept zur Prävention von sonderpädagogischem Förderbedarf und Integration von Kindern mit bereits vorliegenden Entwicklungsstörungen in den Bereichen Lernen, Sprache sowie Emotionale und Soziale Entwicklung erarbeitet: das Rügener Inklusionsmodell (RIM). Dieses wird seit dem Schuljahresbeginn 2010/2011 auf der Insel Rügen in Kooperation mit den dortigen Grund- und Förderschulen, dem Staatlichen Schulamt Greifswald sowie dem Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt. Auf Rügen lernen gegenwärtig alle Kinder gemeinsam in einer 1. bzw. 2. Klasse, kein Kind wird in einer Sonderklasse der genannten Förderschwerpunkte beschult. Die wissenschaftliche Begleitung der Universität Rostock prüft, ob die Implementation des Konzeptes in Rügener Grundschulen gelingt und wie sich die Kinder unter den veränderten Lernbedingungen entwickeln. Dazu werden die Lernerfolge der Schüler der Insel Rügen, die im inklusiven Unterricht lernen, mit den Lernerfolgen der Kinder der Stadt Stralsund, die auf herkömmliche Weise unterrichtet werden, verglichen. Es soll ermittelt werden, ob das inklusive Beschulungskonzept ein erfolgreiches Lernen aller Kinder ermöglicht. In diesem Aufsatz wird das RIM vorgestellt. Das Konzept basiert auf dem US-amerikanischen Response to Intervention-Ansatz (RTI) und wird als Verbindung schulischer Prävention und Integration verstanden. Dieser Ansatz soll u. a. Antworten auf folgende Fragen geben: Wie kann eine erfolgreiche, integrative Beschulung aller Schüler, unter besonderer Berücksichtigung von Kindern mit Entwicklungsrisiken, ermöglicht werden? Welche Unterrichtsmittel, Fördermaterialien und -konzepte sind nicht nur für die „normalen“ und „begabten“ Kinder geeignet, sondern auch für Kinder, die sehr viel mehr Unterstützung bei der Bewältigung schulischer Anforderungen benötigen? Wie kann eine effektive Zusammenarbeit zwischen Regelschul- und Sonderpädagogen aussehen? Das durch die Universität Rostock begleitete Projekt ist deutschlandweit der erste Versuch, ein umfassend strukturiertes Konzept gemäß dem RTI-Ansatz flächendeckend in einer Region umzusetzen.

Weitere Info: www.rim.uni-rostock.de

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